Maria Adolfsson: Doggerland. Fehltritt

Die Doggerland-Trilogie – die neueste Krimientdeckung aus Skandinavien
Es ist der Morgen nach dem großen Austernfest. Kommissarin Karen Eiken Hornby, Ende 40, wacht betrunken neben ihrem arroganten Chef in einem Hotelzimmer auf. Etwa zur gleichen Zeit wird eine Frau brutal in ihrem Haus erschlagen. Das Opfer ist ausgerechnet die Ex-Frau des Mannes, mit dem Hornby gerade die Nacht verbracht hat. Ihr Chef kann den Fall nicht übernehmen, da er zu den potentiellen Verdächtigen gehört. Hornby wittert eine große Chance – sie soll den Fall übernehmen und kann endlich zeigen, dass sie mehr drauf hat. Zuvor muss sie jedoch noch ein anderes Alibi für ihren Chef finden. Hornby beginnt zu suchen. Das Mordopfer kam in einem Kollektiv zur Welt. Nahm dort das Unheil seinen Anfang? An der rauen Küste Doggerlands deckt Karen Eiken Hornby eine alte Lüge auf, die das ganze Land erschüttern wird. Quelle

 

Der Kriminalroman „Doggerland. Fehltritt“ von Maria Adolfsson erschien im Dezember 2018 im Ullstein Verlag. „Doggerland. Fehltritt“ ist der Auftakt der „Doggerland“-Reihe, Teil 2 erscheint am 27.12.2019 unter dem Titel „Doggerland. Tiefer Fall“. Der 3. Fall für Karen Eiken Hornby erscheint am 25.09.2020.

Interessante Handlung, die sich in die Länge zieht

Angefixt vom Klappentext startete ich mit diesem Krimi-Debüt von Maria Adolfsson. Schon auf den ersten 50 Seiten bemerkte ich allerdings, dass der Schreibstil von Maria Adolfsson einfach nicht meins ist. Ich mag es nicht, wenn ellenlang die Landschaft, die Kleidung einer Person oder auch die Einrichtung einer Wohnung beschrieben wird. Und genau das passiert regelmäßig in diesem Krimi. Dadurch wird die eigentliche Handlung immer wieder ausgebremst und kommt nur schleppend langsam voran. Das hat mich schon sehr gestört, sodass ich irgendwann gnadenlos alle Landschafts- Personen- und Einrichtungsbeschreibungen übersprungen habe. Ich denke, wenn man diese Passagen gekürzt, manche vielleicht ganz weggelassen hätte, hätte man um die 100 Seiten gespart. Aber auch so muss ich leider sagen, dass mich das mich „Doggerland.Fehltritt“ immer nur Passagenweise fesseln konnte, denn die Ermittlungen geraten häufig ins Stocken, ein ständiges Stop-and-go. Auf den letzten 200 Seiten kam die Handlung dann in Schwung und hat mich gänzlich gefesselt.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Handlung wird durch zwei Handlungsstränge wiedergegeben, die sich nach und nach wie ein Puzzle zusammenfügen. Der erste Handlungsstrang, der auch deutlich im Mittelpunkt steht, erzählt von den Ermittlungen und auch von einigen Ereignissen in dem Leben von Kommissarin Karen Eiken Hornby, die ein einen schweren Schicksalsschlag erlitten hat. Der zweite Handlungsstrang schildert Ereignisse aus den 70er Jahren. Es hat ziemlich lange gedauert, bis bei mir der Groschen gefallen ist und sich die Zusammenhänge erklärt haben. Auch das Ende war für mich nicht vorhersehbar und sehr überraschend.

Dieser Krimi lebt von den Charakteren und der Szenerie

Wer einen spannenden Krimi mit schnellem Erzähltempo sucht, ist mit dem Auftakt der Doggerland-Reihe von Maria Adolfsson nicht gut bedient. Dieser Krimi lebt von den Charakteren, allen voran der sympathischen Ermittlerin Karen Eiken Hornby und der Landschaft von Doggerland.

Alles in allem ist „Doggerland. Fehltritt“ von Maria Adolfsson ein solider Krimi mit flachem Spannungsbogen, einer sympathischen Ermittlerin und interessanter Story. Da mich die letzten 200 Seiten so gefesselt haben und es einige zwischenmenschliche Verbindungen gibt, die ich gerne weiterverfolgen würde, werde ich wohl auch Teil 2 lesen.

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„Doggerland. Fehltritt“ von Maria Adolfsson
Ullstein Buchverlage
512 Seiten
ISBN-13 9783843718332
15€ [D]

Foto: Ullstein Buchverlage