Jugendbuch für Mädchen ab 14 Wie ein Fisch im Baum

Lynda Mullaly Hunt: Wie ein Fisch im Baum

Allys mutiger Kampf um Anerkennung trifft mitten ins Herz

Ally ist elf Jahre alt, an der Schule als Freak bekannt und den Lehrern ein Dorn im Auge. Dabei will Ally nur um jeden Preis ihr Geheimnis wahren: Sie kann weder lesen noch schreiben. Als der neue Lehrer Mr. Daniels in die Klasse kommt, bemerkt er bald, dass Ally an einer Lese-Rechtschreib-Schwäche leidet. Langsam lernt Ally, ihm zu vertrauen und ihr Leben in die Hand zu nehmen … Quelle

 

„Wie ein Fisch im Baum“ erschien im November 2018 beim cbj Kinder-und Jugendbuchverlag. Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Da ich ja eine bekennende Coverkäuferin bin, führte kein Weg an diesem Jugendbuch vorbei. Es musste einfach bei mir einziehen. Auch die Thematik hat mich sehr interessiert, denn ein Leben ohne Lesen und Schreiben zu können, kann ich mir nicht vorstellen. So wollte ich in die Rolle von Ally schlüpfen und erfahren, wie es ihr täglich ergeht.

Allys Welt

Bereits der Einstieg in das Buch, die ersten paar Seiten, vermitteln eine guten Eindruck in die Welt von Ally, da die Handlung auch aus ihrer Sicht widergegeben wird. Um ihre Lese-Rechtschreib-Schwäche zu verheimlichen nimmt Ally einiges in Kauf. Ihre Schultage bestehen eigentlich nur aus Ärger und Hänseleien. Andauernd gerät sie mit Lehrern aneinander, die das Offensichtliche nicht sehen und nur wenig Einfühlungsvermögen besitzen. Bei der Schuldirektorin ist sie Dauergast. Und als wäre das nicht schon genug wird sie von ihren Mitschülern ausgelacht und verspottet. Doch unter dem neuen Lehrer Mr. Daniels wird alles anders …

Ein Buch mit vielen Höhen und Tiefen

Die Thematik und gerade auch den Einstieg in die Geschichte fand ich unheimlich bewegend.  Ein Buch, dass zum Nachdenken anregt.

 

“ ‚Ich finde es seltsam, dass ihr euch Gedanken darüber macht, was ich an den Füßen trage, während drei von euch rote Shirts anhaben. Das ist keine günstige Farbe. Rot ist die Farbe von Ampeln, schlimmen Verletzungen, Warnleuchten, Sonnenbränden und hohem Fieber. Die höchste Alarmstufe.‘ “ […] Jessica lacht am lautesten. ‚Du bist echt ein Spinner, Albert!‘
‚Noch was‘, sagt er. ‚Jedes Besatzungsmitglied des Star-Trek-Raumschiffs Enterprise, das ein rotes Shirt trägt, taucht nur in einer einzigen Folge auf, und dann nie wieder. Ehrlich gesagt finde ich, dass ihr eine schlechte Wahl getroffen habt.‘ “ (Seite 74)

 

Die verschiedenen Charaktere sind unheimlich authentisch gezeichnet und ein Blick hinter die Fassade zeigt, dass viele der Kinder ein Päckchen zu tragen haben. „Wie ein Fisch im Baum“ handelt nicht nur von Ally, die unter einer Lese-Rechtschreib-Schwäche leidet.

Viele Passagen in dem Buch haben mir unheimlich gut gefallen, wie z.B. auch das obige Zitat. „Wie ein Fisch im Baum“ strotzt geradezu vor bewegender Aussagen, die ich hier am liebsten alle zitiert hätte. Dann wiederum gibt es Passagen, die sich gezogen haben wie Kaugummi und Langeweile erzeugt haben. An vielen Stellen war mir das Buch einfach zu langatmig und führte von der eigentlichen Handlung weg. Die Lese-Rechtschreib-Schwäche gerät immer mehr in den Hintergrund und gerade diesen Aspekt fand ich doch so interessant.

Leider konnte mich das Jugendbuch „Wie ein Fisch im Baum“ nicht gänzlich überzeugen. Es erinnerte mich ansatzweise an die Bücher  Der Club der Traumtänzer von Andreas Izquierdo und Tage wie Salz und Zucker von Shari Shattuck, die ich euch sehr empfehlen kann. Auch in diesen beiden Romanen werden Charaktere ausgegrenzt und gehänselt, weil sie anders sind als andere.

 

„Wie ein Fisch im Baum“ von Lynda Mullaly Hunt
cbj Kinder-und Jugendbuchverlag
304  Seiten
ISBN: 978-3-570-16420-4
9.99 € [D]

Foto: cbj Kinder-und Jugendbuchverlag / Verlagsgruppe Random House

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