Winterroman von Karen Swan "Winterwundertage"

Karen Swan: Winterwundertage

Alex Hyde, eine junge, höchst erfolgreiche Unternehmensberaterin aus London, nimmt wenige Wochen vor Heiligabend einen lukrativen Auftrag an: Sie soll »Kentallen«, einer familiengeführten Whisky-Destillerie, wieder zum Erfolg verhelfen. Kaum hat sie die abgelegene schottische Insel Islay betreten, begegnet sie Lochlan, Erbe der Dynastie. Attraktiv, charismatisch und unberechenbar – noch nie hat es Alex mit einem Auftraggeber wie ihm zu tun gehabt. Im Laufe der Zusammenarbeit kommen sie sich immer näher, die Grenzen zwischen Privatem und Beruflichem verschwimmen zusehends. Und Alex bemerkt zu spät, dass ihr, zum ersten Mal überhaupt, die Kontrolle entgleitet … Quelle

 

Der Roman „Winterwundertage“ erschien im Oktober 2018 im Goldmann Verlag. Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal, die mir das Buch als Rezensionsexmplar zur Verfügung gestellt haben.

Es weihnachtet wieder…

Alle Jahre wieder bin ich auf der Suche nach neuen Weihnachtsromanen. In diesem Jahr habe ich mich wieder für ein Buch von Karen Swan entschieden, obwohl mich „Ein Weihnachtskuss für Clementine“ vor 3 Jahren nicht gänzlich begeistern konnte. Direkt auf der ersten Seite hinterfragte ich allerdings meine Entscheidung.

Immer wieder diese Nebenhandlungen

Wie ihr vielleicht wisst, bin ich nicht der größte Fan von mehreren Handlungssträngen. Oftmals verwirren sie einfach nur oder lenken von der Haupthandlung ab. Als ich diesen Winterroman aufschlug und es mit den Worten „Kilnaughton Bay, Islay, schottische Westküste, 30. April 1932“ (S. 8) begann, wusste ich direkt, dass auch in diesem Roman mehrere Handlungsstränge auftauchen. Ich finde, ganz viele Bücher, egal ob Roman oder Thriller, haben es einfach nicht nötig mehrere Handlungsstränge zu integrieren. Darüber lässt sich natürlich streiten. Oft ist weniger einfach mehr.

Aber ich ließ mich darauf ein und gab dem Buch eine Chance. Im späteren Verlauf habe ich die Nebenhandlung, also den zweiten Handlungsstrang, aber nur noch überflogen. Die Haupthandlung gefiel mir wesentlich besser und war für mich interessanter.  Die Nebenhandlung war zum Glück auch nicht so präsent und wurde nur zwischendurch eingeblendet.

Geschichte mit Suchtpotenzial

Von Seite zu Seite gefiel mir der Winterroman von Karen Swan immer besser, sodass die letzten 200 Seiten in einem Rutsch ausgelesen wurden.

Die ehrgeizige und zielstrebige Hauptprotagonistin Alex Hyde war mir zwar nicht von Anfang an sympathisch, aber auch das steigerte sich von Seite zu Seite. Zu Beginn erschien sie mir zu „püppchenhaft“, overdressed und markenbesessen. Das besserte sich, als sie einige Zeit auf Islay war und auch mal mit angepackt hat. Bis zum Schluss fand ich es jedoch unpassend, dass andauernd erwähnt wurde von welcher Marke ihr Kleid, ihr Schal oder auch ihr Schlafanzug ist. Sympathie erweckt sowas bei mir nicht.

Am interessantesten an dem ganzen Roman fand ich allerdings den Blick hinter die Kulisse. Der Leser erfährt unheimlich viel über die Whisky Herstellung. Ich hätte gerne noch weitere Stunden in der Whisky-Destillerie verbracht und mehr über die verschiedenen Whisky Sorten gelernt. Ich mag es, wenn Romane einen gut recherchierten Backround haben.

Aber …

Wenn ihr auf der Suche nach einem herzerwärmenden, romantischen Weihnachtsroman seid, seid ihr mit diesem Buch nicht gut beraten. Ja, das Buch ist wirklich interessant und ich konnte es nicht aus der Hand lege, aber die Liebe kommt hier wirklich sehr kurz. Der Roman von Karen Swan umfasst 608 Seiten, auf den letzten 100 kommt ganz langsam die Liebe ins Spiel, aber wirklich nur ganz langsam. Zudem sollte man den Titel beachten „Winterwundertage“, mit Weihnachten hat dieses Buch nicht so viel zu tun. Weihnachten wird zwar ganz zum Schluss auf 2 oder 3 Seiten ins Spiel gebracht, aber so richtig weihnachtlich ist er nicht.

„Winterwundertage“ von Karen Swan
Goldmann
608 Seiten
ISBN: 978-3-442-48777-6
10,00 € [D]

Foto: Goldmann Verlag / Verlagsgruppe Randomhouse

Winterwundertage bei Amazon
Winterwundertage bei Thalia
Winterwundertage bei Hugendubel