Spannender Thriller Jutta Maria Herrmann

Jutta Maria Herrmann: Hotline

Keine Polizei – never ever. So lautet die unumstößliche Maxime der Beichthotline. Aber was tun, wenn eine Anruferin ankündigt, ihr neugeborenes Kind lebendig zu vergraben? Ein schlechter Scherz, konstatiert Chris, Initiator der Hotline, als seine Freunde und Kollegen statt einer Kinderleiche eine lebensgroße Puppe auf dem Friedhof ausgraben. Dann meldet sich die mysteriöse Anruferin erneut und verkündet, dies sei erst der Anfang … Quelle


Der Psychothriller von Jutta Maria Herrmann erschien im November 2011 beim Droemer Knaur Verlag.

Die besten Bücher sind die, die nachts ausgelesen werden

Ich hatte bisher viele gute Rezensionen über den Psychothriller „Hotline“ gelesen, als ich das Buch dann gekauft habe, hatte ich diese aber schon nicht mehr wirklich im Kopf und war umso gespannter.

Wie auch schon bei dem Psychothriller „Während du stirbst“ erwähnt, bin ich eigentlich  überhaupt kein Fan von Psychothrillern und mache in 99,9% der Fälle einen großen Bogen um sie, bei diesem Buch habe ich zum Glück eine Ausnahme gemacht. Der Thriller hat mir von Anfang bis Ende unheimlich gut gefallen. Die Charaktere waren mir sehr sympathisch und auch die Idee der Beicht-Hotline finde ich originell. Ich wäre am liebsten direkt mit eingestiegen. Die Hauptcharaktere des Thrillers sind Chris, Rick, Konrad und Paula. Sie alle leben zusammen in einer WG in Berlin und arbeiten auch zusammen bei der Beicht-Hotline, die von Chris ins Leben gerufen wurde. Die Vier sind wirklich authentisch und wirken wie die netten jungen Leute von neben an, ich konnte mich sehr gut mit ihnen identifizieren und  hab sie schon nach kurzer Zeit in mein Herz geschlossen. Von den Charakteren und der Umgebung her, war das für mich eine echte „Wohlfühlatmosphäre“.  Die Handlung hat mich recht schnell gepackt, sodass ich das Buch nicht mühelos aus der Hand legen konnte, sondern mitgefiebert und gerätselt habe.

Der Thriller hat zwei Handlungsstränge, einmal die Hauptcharaktere bei der Beicht-Hotline und dann die Sicht des Täters, in der der Leser immer direkt mit einem persönlichen „Du“ angesprochen wird. Schon nach wenigen Seiten hatte ich eine Ahnung, in welche Richtung der Thriller geht und mir stellten sich die Nackenhaare auf. Ich würde sagen, der Thriller ist definitiv nichts für zarte Gemüter, je weiter ich las, desto mehr gefror mir das Blut in den Adern. Ich habe schon ziemlich viele Thriller gelesen, die Besten wurden allesamt nachts ausgelesen, wie auch dieser. Allerdings habe ich mich bei keinem so gegruselt wie bei dem Thriller von Jutta Maria Herrmann. Ich saß gegen Ende senkrecht im Bett. Absolute Leseempfehlung! Ein packender Thriller mit sympathischen Charakteren und großem Suchtpotenzial.

Normalerweise habe ich nur ganz selten Lieblingspassagen in einem Buch, aber in diesem habe ich eine, die ich Euch nicht vorenthalten will:

 

„Er liebt Paula noch immer, wird wohl nie aufhören, sie zu lieben. Aber seine Gefühle zu ihr haben sich verändert. Sie sind reifer, stiller. Es tut ihm nicht mehr weh, sie zusammen mit Konrad glücklich zu sehen. Paulas Glück steht für ihn an erster Stelle. Vielleicht muss wahre Liebe so sein, denkt er. Bedingungslos, ohne Forderungen zu stellen.“(S. 329)

 

Die Rezension zu dem nachfolgenden Psychothriller „Schuld bist du“ von Jutta Maria Herrmann findet ihr hier.

 

„Hotline“ von Jutta Maria Herrmann
Droemer Knaur
336 Seiten
ISBN: 9783426514566 (Taschenbuch)
9,99

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Arno Strobel: Der Sarg

 

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