Jodi Ellen Malpas: Bis wir eins sind

Ein Blick, eine Berührung, ein verzehrendes Feuer. Und er fühlt es auch. In Jacks Armen erlebe ich eine Nacht ohne Hemmungen, ohne Gedanken an den Morgen. Danach allerdings trennen sich unsere Wege. Doch wenig später steht Jack wieder vor mir, und sofort erwachen in mir all die sinnlichen Erinnerungen. Aber dann offenbart er mir etwas Schockierendes: Er ist verboten für mich. Dennoch können wir uns einfach nicht voneinander lösen, egal, wie falsch es ist. Kann es für unsere Liebe eine Zukunft geben? Quelle: Klappentext

 

Der Roman „Bis wir eins sind“ von Jodi Ellen Malpas erschien im September 2018 beim MIRA Taschenbuch Verlag, der zu HarperCollins Germany gehört. Vielen Dank an den Verlag und Netgalley, die mir das eBook als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Packender als so mancher Thriller

Schon lange hat mich kein Buch mehr so mitgenommen und aus der Realität gerissen. „Bis wir eins sind“ ist absolut kein 0815 Liebesroman. Bereits das Vorwort ließ mich das schon vermuten. Wobei ich in eine völlig andere Richtung gedacht hatte, aber ich stehe auch manchmal auf dem Schlauch. Es könnte also gut sein, dass ihr bereits im Vorwort erahnt, welche grobe Richtung die Handlung einschlägt. Um nicht zu spoilern, gehe ich nicht weiter auf die Thematik des Romans von Jodi Ellen Malpas ein.

Nichts für schwache Nerven

Schon nach wenigen Seiten merkte ich, wie authentisch und intensiv dieser Roman ist. Der Roman spiegelt damit in Perfektion die Intensität der Liebe von Jack und Annie. Als die beiden sich zum ersten Mal begegnen sprühen die Funken und ohne sich zu kennen, spüren sie, dass sie zusammengehören. Seelenverwandten gefunden, ohne ihn zu suchen.

Ich kann jeden verstehen, der das Buch abbricht, weil es ihm zu nahekommt und zu sehr mitnimmt. Umso mutiger finde ich es von der Autorin dieses Thema in einer solchen Intensität darzustellen. Auch ich musste das Buch an mehreren Stellen aus der Hand legen, weil manche Situationen wie ein Faustschlag in den Magen wirkten. Zeitgleich konnte ich es kaum erwarten zu erfahren, wie es weitergeht. Da das Buch aus der Sicht von Annie geschrieben ist, war ich nicht neutral, sondern litt automatisch mit ihr (ganz gleich wie ich allgemein zu diesem Thema stehe) und konnte ihren Schmerz an vielen Stellen fast spüren. „Bis wir eins sind“ raubte mir den Atem, ließ mein Herz höherschlagen und trieb mir die Tränen in die Augen. Für mich war dieser Roman alles andere als leichte Kost, dennoch hat er mir wirklich gut gefallen – mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Dieser Roman passt für mich gut zu folgendem Zitat von Franz Kafka:

 

“Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Damit es uns glücklich macht, wie Du schreibst? Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, und solche Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.” Franz Kafka (Brief an Oskar Pollak  1904)

 

Bis wir eins sind von Jodi Ellen Malpas
MIRA Taschenbuch
348 Seiten
ISBN: 978-3-95649-823-7
9,99 €

Foto: MIRA Taschenbuch Verlag